AVG (1990-4)
Zur 44. Jahresversammlung der Genossenschaft konnte der Präsident, Fritz Dähler, am 10. Mai in Galmiz eine erfreuliche Zahl von Genossenschaftern begrüssen. Zwei Aspekte dominierten die Versammlung: Der gute Jahresabschluss bei einem Umsatz von nunmehr 8,2 Millionen einerseits und die laufenden sowie künftigen Bauvorhaben anderseits. Die Erleichterung ob dem guten Abschluss war gross, denn er war dringend notwendig, um die getätigten und geplanten Investitionen verkraften zu können: Umbau Versand-Halle, ARAAnschluss, neuer Kühlraum. Ersatz der alten Abpackmaschine für Rüebli usw. Nach eingehender Orientierung durch die Finanz- und Baureferenten haben die Genossenschafter auf Antrag der Verwaltung nochmals die nötigen Kredite gesprochen. Dies für die 2. Etappe der Umbauten, das heisst für die Überdachung zwischen DV-Halle und Lagerhaus, wo Verladerampen bzw. Camion-Einstellraum geplant sind, sowie für die Umgestaltung des ehemaligen Versandraums im Parterre des Bürohauses.
Solche Investitionen können selbstverständlich nicht alle Jahre getätigt werden. Sie entsprachen aber einem Nachholbedarf, um die heutigen Anforderungen an den Betrieb noch erfüllen zu können. Künftig wird auch auf dem wachsenden «Bio-Markt» nur erfolgreich sein, wer neben überzeugenden Produkten und Argumenten auch eine schlagkräftige Vermarktungs-Infrastruktur anbieten kann. Die erfreulich wachsende Bio-Produktion und die zunehmende Konkurrenz auf dem Markt, auch von IP-Seite her, erfordert neue Anstrengungen von den Mitarbeitern der Genossenschaft und den Produzenten.
Dem Jahresbericht 1989 ist weiter zu entnehmen: • Die allgemein grossen Erntemengen (mit Ausnahme des Obstes), welche zu einem konstanten Angebot, aber auch zu Absatzschwierigkeiten bei einigen Produkten führten. • Der Einstieg mit AVG-Bio-Produkten bei der COOP Bern im Herbst 1989.
• Die zahlreichen Mutationen im übernahm Karl Stritt, während Personalbereich, allen voran die Roland Liechti an dessen Stelle Chef der Neubesetzung der Buchhaltung (Fritz Abteilung Grossverteiler wurde. Bernhard und Thomas Gosteli anstelle Wiederum konnten zehn neue Produzenten von Marianne Mäder und Monika Kä- als Genossenschafter nel). aufgenommen werden. • Die Einführung des neuen Im Anschluss an die Versammlung Betriebskontroll-Konzepts nach dem Beitritt hatten die Genossenschafter Gelegenheit, der AVG zur VSBLO. Die anfallende die neue Versand-Halle in Funktion Mehrarbeit gab den Ausschlag zur zu besichtigen. personellen Verstärkung des Bereichs Leider konnte unser Geschäftsführer, Anbauplanung / Absatzplanung / Beratung Oswald Müller, wegen Erkrankung an / Betriebskontrolle durch Martin dieser Jahresversammlung nicht Lichtenhahn. Seine bisherige Funktion teilnehmen. als Leiter Einkauf / Wiederverkauf Hans-Ruedi Schmutz Gruppe Oberaargau-Solothurn / AVG /FIBL Obstbautag am 4. September 1990 Obstbauexkursion zu den Betrieben D. Pfander, Matzwil, und H.R. Marbot, llliswil, in Begleitung von A. Häseli (FIBL, Pflanzenschutz) und H.R. Schmutz (AVG Vermarktung, Sortenwahl).
Bei Hansruedi Marbot erhalten die Teilnehmer Einblick in die Praxis eines extensiven Hochstamm-Obstbaus, der in erster Linie zur Selbstversorgung dient. Es können Probleme, Möglichkeiten und Zukunftschancen dieses Systems diskutiert werden, welches auf vielen Betrieben noch von früher her existiert und heute im Zusammenhang mit der Landschaftspflege wieder an Bedeutung gewinnt.
Daniel Pfander wird zusätzlich Erfahrungen mit der Intensivkultur und den entsprechenden Möglichkeiten des Systems für den Bio-Obstbau vermitteln.
Auf beiden Betrieben unterhält A. Häseli vom FIBL Forschungsversuche, welche Aufschlüsse geben sollen für den Vergleich von Hochstamm- und Intensivkultur in bezug auf Sorteneignung und -vergleich und der Populationsentwicklung von Schädlingen und Nützlingen.
Treffpunkt: 13.15 Uhr bei Daniel Pfander, Gemeinschaft zum Schlüssel Matzwil bei Detligen. Dauer bis etwa 16.00 Uhr.
Der Anlass richtet sich sowohl an Landwirte wie auch an Private mit Gartenobstbau. Alle für die Möglichkeiten des biologischen Obstbaus Interessierten sind herzlich willkommen.