Im Boden ist der Sitz der Gesundheit auch des Viehs
Immer wieder bekommen wir Grünland zu Gesicht, das aus Pflanzengemeinschaften zusammengesetzt ist, die für das Vieh minderwertiges Futter darstellen. Was wurde hier gefehlt? Der Anteil an organischer Substanz in unseren Grünlandböden ist gegenüber Getreide- und Hackfruchtböden meist hoch. Sehr schlecht ist es aber oft mit der Qualität der organischen Substanz bestellt.
Stallmist enthält durch den Streueanteil eine gewisse Menge an Zellulose, die nach der Verrottung für die Bodenbakterien eine willkommene Nahrung darstellt. Voraussetzung dazu ist aber, daß der Stallmist nicht monatelang gestapelt wurde. Durch Luftabschluß im festgetretenen Stapelmist entwickeln sich maßenhaft Fäulnisorganismen, für deren Verarbeitung der Boden nicht eingestellt ist. Die Antwort des Bodens auf diese Art von Düngung ist dann eine Pflanzendecke, die direkt von der im Boden befindlichen Fäulnis lebt. Zu dieser Pflanzengesellschaft zählen wir die Hahnenfußgewächse und was immer in ihrer Gemeinschaft auftritt. Nach und nach, bei ständiger Zufuhr von Fäulnisstoffen, entwickeln sich auf der Wiese ganze Inseln dieser unerwünschten Pflanzengruppen, die dann mit der Zeit die wertvollen Futterpflanzen verdrängen. In ihre Lebensgemeinschaft, die aus abbauenden, anaeroben Bakterien besteht, lassen sie schwer andere Bakteriengruppen eindringen. In ihrer Gesellschaft dulden sie aber anaerobe Bakteriengruppen, zu denen gefährliche Krankheitserreger zählen. So die Erreger von Rinder-Tbc und der Brucellose. Im Blick auf diese Tatsache, ermessen wir erst, was der Bauer mit einer richtigen Düngerbehandlung alles in der Hand hat. Die wissenschaftliche Erkenntis, daß der Bakterienkreislauf vom Boden über den Tierkörper geht, ist ja noch nicht sehr alt. Die gegenwärtige Bangbekämpfung kennt ja nur die Schutzimpfung und das Ausmerzen der befallenen Tiere. Wo aber soll das Tier die Widerstandskraft hernehmen, wenn sein Körper dauernd über den Boden und das Futter infiziert wird Der Strom von Fäulnis und Krankheitsbakterien aus dem Boden über das Futter fließt stets weiter und hört nicht auf, bis nicht dieser Kreislauf irgendwo unterbrochen wird. Eine entscheidende Stelle, wo wir in diesen verhängnisvollen Kreislauf eingreifen können, ist die Düngung. Die Natur wird mit der Fäulnis schon fertig, wenn das Düngen richtig geschieht. Möglichst frisch wird der Stalldünger schleierdünn auf das Grünland ausgebracht. Nun kann der Luftsauerstoff helfen und jene Bakterien fördern, die eine rasche, volle Humifizierung des Düngers durchführen. So bleibt dem Boden die ständige Infektion mit Fäulnis erspart und hier beginnt der Kreislauf, der zu einer Gesundung des Bodens und der Tiere führt. ms.