In eigener Sache (2009-4)
Werner Scheidegger > In eigener Sache Führungswechsel und Finanznot Hauptversammlung des Bioforum Schweiz Die Hauptversammlung 2009 fand diesmal wieder auf dem Möschberg statt und wie gewohnt im kleinen, ja fast intimen Rahmen. Kombiniert mit einem kleinen Möschberg-Gespräch als Nachmittagsveranstaltung zum Thema «Herkunft, Gegenwart und Zukunft des biologischen Landbaus». Zu Gast von der Bio SuisseFührung war morgens Vizepräsident François-Philippe Devenoge und nachmittags der neue Geschäftsführer Stefan Flückiger.
Schwerpunkt der HV 09 waren die Wahlen, an erster Stelle natürlich der Wechsel im Präsidium. Werner Scheidegger würdigte die Verdienste unseres scheidenden Präsidenten Martin Köchli (s. Text links). Einstimmig und mit viel Applaus wurde anschliessend Markus Lanfranchi zum neuen Präsidenten gewählt. Markus Lanfranchi bewirtschaftet mit seiner Familie einen vielfältigen Hof in Verdabbio im Misox. Seine Erfahrungen mit ursprünglichen und standortangepassten Pflanzensorten und Tierrassen haben seine Überzeugung genährt, dass Vielfalt innerhalb der Landwirtschaft der beste Garant für die Nahrungssicherheit darstellt. Diese Erfahrungen werden sicherlich in seine Arbeit einfliessen.
Auf die diesjährige Hauptversammlung zurückgetreten ist ebenfalls Vorstandsmitglied Nikiaus Messerli. Martin Köchli würdigte seine Arbeit und verdankte seinen grossen Einsatz. Neu in den Vorstand gewählt wurden Armin Capaul und Dr. Nikola Patzel, der vom Beirat in den Vorstand wechselt. Armin Capaul ist Bündner und bewirtschaftet in den Jurabergen mit seiner Familie einen 17-Hektaren-Bergbauernhof. Ihm ist eine grosse Artenvielfalt wichtig. Seine Kühe, Ziegen, Schafe und Esel veredeln ausschliesslich Gras und Heu. Nikola Patzel arbeitet als interdisziplinärer Wissenschafter und Berater an Landwirtschaftsthemen. Er lebt mit seiner Frau und den zwei Kindern in Überlingen am Bodensee und unterstützt das Bioforum in den Bereichen Wissenschaft und Kommunikation. Im Amt bestätigt wurden: Christian Gamp aus Kölliken, Wendy Peter aus Willisau und Franz Sidler aus Grosswangen. Auch bleibt Altpräsident Martin Köchli aus dem Freiamt dem Bioforum im Vorstand erhalten. Das zweite Thema, das viel Zeit beanspruchte, waren Rechnung und Budget. Die Zahlen sind alarmierend. Wenn wir keine Lösimg finden, so stehen die BioforumAktivitäten bald weitgehend vor dem Aus. Wir leben schon seit Jahren von der Substanz, was bis jetzt möglich war, weil immer wieder Sondereinnahmen dazukamen, eine Spende etwa oder ein Legat. Dies ist nun seit längerer Zeit nicht mehr der Fall. Somit brauchen wir jetzt dringend neue Einnahmen. Wir prüfen mögliche Finanzierungsquellen, möchten uns aber auf keinen Fall in Abhängigkeiten begeben. Wir laden Sie alle ein, mit gutenIdeen (oder Taten) mitzuhelfen!
Tätigkeitsschwerpunkte im 2010 sind das Möschberg-Gespräch am 18./19. Januar (Programm s. letzte Seite), das Gespräch «Der Mensch auf dem Hof» zusammen mit Bioland Deutschland und dem FiBL im März auf dem Möschberg sowie der Biogipfel am 19. Juni. Weitere kleine Projektezielen darauf, «Kultur und Politik» stärker zu verbreiten und das Bioforum wieder zu einer weitherum vernehmbaren Stimme werden zu lassen. wp