Notizen
Stellungnahme zu den neuen Richtlinien für die Tierhaltung im biologischen Landbau der VSBLO Im Agrarleitbild vom Juni 1987 haben wir unsere grundsätzliche Auffassung zur landwirtschaftlichen Produktion formuliert. Daraus geht hervor, dass das KF der deutschen Schweiz rückstandfreies, qualitativ hochstehendes Fleisch aus tiergerechten Haltungsformen erwartet. Auch sollten die Verordnungen des Tierschutzgesetzes laufend den neuen Forschungsergebnissen über und über artgerechte Tierhaltung alternative Stallsysteme für Nutztiere angepasst werden. Soweit als möglich und ökonomisch vertretbar soll die Schlachtviehproduktion auf landeseigener Futterbasis beruhen. Da die Sicherung eines angemessenen landwirtschaftlichen Einkommens aber nicht vom Staat und neuen protektionistischen Massnahmen erwartet werden darf, sollte die Landwirtschaft mehr Eigeninitiative, Anpassungsfähigkeit und Kreativität entwickeln - dazu könnte auch die Umstellung auf extensive Tierhaltung in tiergerechten Ställen oder Freiland gehören. Aufgrund dieser Aussagen in unserem Leitbild begrüssen wir die neuen Richtlinien VSBLO für der die Tierhaltung im biologischen Landbau. Da in diesen Richtlinien alle wesentlichen Faktoren enthalten sind - Tierzucht, Tierhaltung, Tierernährung, Tiermedizin - entspricht das enstandene Angebot den Vorstellungen eines ökologischen Produktes, das diesen Namen auch wirklich verdient. Das ausgewogene Verhältnis zwischen dem externen Nutzen (gemeinwirtschaftliche Leistungen der LW) und den externen Kosten (Umweltbelastung) der biologischen Produktion nach den Richtlinien der VSBLO verdienen eine vorbehaltlose Wir Unterstützung. sind aber nach wie vor überzeugt, dass einheitliche Kriterien für den ökologischen (Bio-) Landbau und die artgerechte Tierproduktion im Lebensmittelgesetz bzw. in den dazugehörenden Verordnungen geregelt werden sollten. Denn kann die Einheit der nur so Materie und ein ausreichender Schutz der Konsumenten vor Täuschung gewährleistet sein.
Konsumentinnenforum der deutschen Schweiz NOTIZEN VOLG steigt ein! sr. Im Herbst 1990 wird die VOLG-Mühle in Winterthur mit einem eigenen Bio-Sortiment in sämtliche 700 VOLG-Läden einfahren. Kraft des Projekts ist Jean Egli. Zusammen Treibende mit Bio-Berater Fredi Strasser vom Strickhof und den Bio-Bauern E. Frischknecht und J. Koller hat er das Projekt vorbereitet, nicht ganz zur Freude seiner Kollegen vom Projekt Agri-Natura, das die Genossenschafts-Verbände auf ihre Fahnen geschrieben haben. Egli verspricht sich eine bessere Durchdringung des Marktes mit dem Gedanken des biologischen Landbaus. IP ist für ihn eine halbe Sache. Er hofft auch, dass durch die entstehende Sogwirkung mehr Bauern auf den biologischen Landbau umstellen. In einer ersten Phase wird vermutlich eine weitere Verknappung von BioGetreide eintreten, was zu noch mehr Importen führen kann. Angesichts der gesamtschweizerischen Überproduktion eine recht paradoxe Situation. (Vgl. den Beitrag auf S. 10).
Ökologisierung der Landwirtschaft - ein Leitfaden sr. Im Auftrag der Schweizerischen Stiftung zur Förderung des biologischen Landbaus und der Schweizerischen Gesellschaft für Umweltschutz SGU hat ein Team unter der Federführung von Dr. Henri Suter einen Leitfaden für eine neue schweizerische Landwirtschaftspolitik vorgestellt.
Die über 300Seiten starke Publikation schildert die gegenwärtige Situation und sucht Auswege aus den Vorwürfen, die die Bauern als grosse Umweltverschmutzer darstellen. In den Kreisen des biologischen Landbaus hätte man sich gewünscht, dass die Studie klar und eindeutig die biologischen Methoden als die Lösung aller Probleme herausstellt. Warum dem nicht ist und nicht sein kann erläutert ein so Ausschnitt aus dem Referat von Jakob Bärtschi, Lützelflüh, an der Pressekonferenz vom 26. Oktober.
«1. Um unsere rasant wachsenden Umweltpro¬ bleme in den Griff zu bekommen, muss in jedem Sachbereich nach Lösungsmöglichkeiten gesucht werden, die in unserer direkten Demokratie innerhalb nützlicher Frist eine entsprechende, dringend notwendige Breitenwirkung haben. In der Landwirtschaft ist zum Beispiel jedes Kilogramm umweltbelastende Substanz, das so rasch wie möglich nicht mehr eingesetzt wird, ein winziger Schritt in die richtige Richtung. 2. Eine Umstellung der schweizerischen Landwirtschaft auf biologischen Landbau ist kurzfristig nicht denkbar. Dazu müssten Betriebe, Marktstrukturen und Konsumgewohnheiten derartmarkante Veränderungen über sich ergehen lassen, die inder heutigen Situation zu viel Zeit in Anspruch nehmen würden. Der echte Schweizer Kompromiss der kleinen Schritte wird auch in diesem Fall nicht zu umgehen sein. Die IP steckt noch in den Kinderschuhen, aber es ist nicht zu verkennen, dass sich viele Bauern und Organisationen damit befassen. 3. Natürlich hätten wir gerne eine ausführliche Präsentation des biologischen Landbaus gesehen. Aber wir sind uns darin einig, dass es politisch unrealistisch wäre, eine vollumfängliche Umstellung auf Bio-Landbau vorzuschlagen. Er bleibt aber nach wie vor das Fernziel. Jedes Umdenken in dieser Richtung ist willkommen, und ein halber Schritt ist besser als keiner.» gar Dr. H. Suter geht zum SBV Am 1. November hat Dr. Henri Suter, bisher Leiter des Forschungsinstituts für biologischen Landbau in Oberwil eine neue Stelle beim Schweizerischen Bauernverband in Brugg angetreten. Sein Auftrag dort lautet: Ökologisierung der Landwirtschaft. Nach der Aussage von Vizedirektor Späti will damit der SBV der im Initiativtext geäusserten Absichtserklährung Nachachtung verschaffen. Wir möchten Henri Suter an dieser Stelle danken für seinen Einsatz für den biologischen Landbau, für die gute Zusammenarbeit in den achteinhalb Jahren seines Wirkens in Oberwil. Für die neue Aufgabe wünschen wir ihm Freude und Genugtuung. Es ist nicht anzunehmen, dass der Bauernverband, er ist ja auch unsere oberste Berufsorganisation, nun eine völlige Kehrtwendung vollziehen wird. Aber jede Kurskorrektur dürfen wir auch ein klein wenig als Anerkennung unserer Arbeit werten und uns darüber freuen, freuen darüber, mit am Anfang einer zukunftsträchtigen Entwicklung gestanden zu haben. Nicht nur Tierfabriken stinken zum Himmel auch Eigenlob, wenn es allzudick aufgetragen wird. In ihrem neusten Rundbrief bringt die KAG (Konsumentenarbeitsgruppe zur Förderung tierfreundlicher, umweltgerechter Nutzung von Haustieren) einen Vergleich verschiedener Angebote von Marken-Fleisch. Wie nicht anders zu erwarten war, schneidet das KAG-System in dieser Eigenbewertung am besten ab. Leider werden nur Kriterien der Haltung, Kontrolle und Tiermedizin berücksichtigt. Dass ein Tier, um seinen Körper aufzubauen auch Gras, Heu und Getreide braucht, dass es, um dieses Futter zu erzeugen, Land braucht und dieses Land unterschiedlich bewirtschaftet werden kann, wird nur ganz am Rand berücksichtigt. Wir meinen, dass nicht nur die Absenz von Wachstumsförderern und die Masse einer Schweinebucht relevant sind, sondern vor allem die innere Qualität des Futters, mit dem das Tier seinen Körper aufbaut und Milch oder Eier produziert. Schon die Arbeiten von Prof. Aehnelt haben gezeigt, dass die innere der Qualität von Anbauweise des Futters bestimmt wird. Hier, im Boden und im Verborgenen, geschehen die wirklich relevanten Dinge. Diese zu bewerten ist ein bisschen anspruchsvoller als eine Schweinebucht mit dem Metermass auszumessen Bio-Markt in St. Ursanne Die Association Jurassienne pour l'Agriculture Biologique (AJAB) hat am 30. September zum 2. Mal eine kleine Bio-Messe durchgeführt. An die 40 Aussteller, Bauern und Handelsfirmen, haben im malerischen Doubs-Städtchen auf sympatische Art für den Gedanken des biologischen Landbaus geworben. Die AJAB ist asssoziertes Mitglied derVSBLO. Der Zusammenschluss zu einer eigenen Vereinigung hat vor allem sprachliche und geographische Gründe und erlaubt den jurassischen BioBauern bessere Tuchfühlung mit den Kollegen in den übrigen Landesteilen. sr.
III. Internationale Konferenz zu Aspekten der nichtchemischen Beikrautregulierung Vom 10.-12.10. 89 fand im österreichischen Linz die III. Internationale Konferenz zu Aspekten der nicht-chemischen Beikrautregulierung statt. Über 20 Redner aus Ländern der ganzen Welt stellten in Kurzreferaten mehr oder weniger wissenschaftlich fundierte Ergebnisse und Erfahrungen, einem interessierten Publikum vor. In einer der nächsten Nummern werden wir näher auf diese Konferenz eingehen.