"Zusammenarbeit"
«Jeder Fortschritt in der Menschheit wird nie von der großen Masse, sondern immer nur von einzelnen und kleinen Minderheiten hinaufgetragen.» Prof. Dr. Albert Schweitzer So ist es auch mit dem Schaffen neuer Wege im Landbau. Wer erinnert sich nicht an die Zeiten, da so viele «Agrar-Sachverständige» sich nicht genug tun konnten in der Verhöhnung der neuen Wege des Biologischen. Wir haben uns nicht beirren lassen. Uns zwang die Not vieler befreundeter Bauernfamilien in diese Arbeit. Die Not? Wohl war es möglich, die Erträge mit Kunstdüngergaben vorübergehend zu steigern. Sie verlangten aber immer größere Gaben künstlicher Treibdünger, wenn sie gehalten werden wollten. In immer ernsterem Maße stellten sich die Feinde des Erfolges ein: Schädlinge und Krankheiten. Doch auch zum Kampf gegen sie lieferte die Chemie die Mittel. Eine viel schlimmere, verheerende Folge dieser Wirtschaftsweise stellte sich in den Ställen ein: Die Unfruchtbarkeit der Tiere. Wohl stellten Vertreter der Wissenschaft auf den Betrieben die Tatbestände fest. Was der Bauer aber im Kampf gegen dieses schlimme Übel tun sollte, da wußte niemand Rat. Auch hier haben die in ihrer Wirtschaftsweise mit dem Leben Rechnenden Rat gewußt und im Laufe der Jahre nicht zu widerlegende Beweise erbracht. Sie haben dies in der Auseinandersetzung gegen so manchen gegen ihre organisch-biologische Anbauweise im Verlaufe der Jahre von den «Sachverständigen» vorgebrachten Einwand in stiller, zäher Arbeit in der Produktion getan. Zahlenmäßig sind heute die Beweise dafür erbracht, daß auf allen Gebieten bäuerlicher Produktion die mit ihrer Anbauweise erzeugten Erträge allermindestens so groß sind, wie die mit künstlichen Treibdüngern erzeugten. Immer größer wird die Zahl der Verbraucher, die aus eigener Erfahrung wissen, weshalb sie für sich und ihre Familien die organisch-biologisch erzeugten Gemüse und Früchte den künstlich Getriebenen vorziehen.
Auch die «wissenschaftlichen Sachverständigen» erkennen heute die durch die Tatsachen veränderte Situation. Ihr Höhnen beschränkt sich auf die Biertische. An seine Stelle tritt der verbissene Kampf. «Es gelte, mit letzter Kraft den Mythos des Biologischen zu zerstören.» Dies ist die Kampfparole eines Gliedes einer staatlichen Institution. Da läßt eine amtliche Stelle eine ausländische Universität wissen, daß auch bei uns wie in Frankreich der Gebrauch des Wortes biologisch verboten werde. Und gleichzeitig fordert die gleiche staatliche Stelle die offiziellen Versuchsanstalten zur Zusammenarbeit mit den biologisch wirtschaftenden Organisationen auf. Wer will es uns da verübeln, wenn wir nach dem Sinn dieser Zusammenarbeit mit uns fragen. Geht es darum, die schwachen Stellen in der biologischen Front «abzuklopfen» und sucht man so Argumente auch gegen unsere Anbauweise zusammenzustapeln? - Wir sind aller üblen Erfahrung, die wir in Jahren sammeln mußten, allem Mißtrauen zum Trotz zur Zusammenarbeit mit einem Partner bereit, der mit einem Mindestmaß an wissenschaftlicher Objektivität und Unvoreingenommenheit an die Wertung auch unserer Anbauweise herantritt. Doch schon im Buch der Bücher steht geschrieben, «... und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen.» An diese Wegleitung halten wir uns, wenn immer mehr Stellen, die uns gestern verlacht und verhöhnt haben, heute die Zusammenarbeit mit uns suchen.
Kurse und Tagungen an der Schweiz. Bauern-Heimatschule auf dem Möschberg 2./ 3. November 1974 Frauentage 11./12. Januar 1975 Volkshochschul- und Genossenschattstage 28. Februar bis 8. März 1975 Landbaukurs für die organischbiologische Wirtschaftsweise 19./20. April 1975 Jungvolktage 21. bis 23. Mal 1975 Gartenbaukurs